Leseprobe
Aus:
Sie ist umwerfend, großzügig proportioniert und würde selbst noch
in einem Plastikmüllsack, Gummistiefeln und Tiefseetaucherhelm den
Autoverkehr zum Erliegen bringen. Trägt sie aber nicht, sondern lange Beine,
kurzen Rock, kleine Nase, großen Busen. Falsches Lächeln, echten
Schmuck. Sie riecht nach Versace und Ärger.
(...)
Erstes Date. Der Name des Restaurants fängt eher mit "Chez" als
mit "Mc" an. Gediegene Atmosphäre ohne Kinderteller. Das Essen ist
mäßig, die Preise sind hoch, aber das Dekor ist von
Philippe Starck. An der Wand hängen Bilder à la »Junge Elfe im
Frühtau mit Müllsack«.
Sie bestellt :
- Ein Dutzend Kolibri-Eier im eigenen Nest, Okapi-Carpaccio an schwarzen
Trüffeln, Rebhuhnlende zu marmoriertem Hummersorbét, dazu den
'57er Chateau de Rothschild und...ja...bitte eine Flasche
Jahrgangs-Champagner ....
Er lächelt leicht gequält:
-Ähm, sag’ mal... ißt Du bei Deiner Mutter auch so
exquisit?
- Nö, aber meine Mutter will mich nach dem Essen ja auch nicht flachlegen...
(...)
Das Gesetz in Nevada schreibt vor, dass Stripperinnen Unterwäsche
tragen müssen. Allerdings schreibt es nicht vor, wo sie diese tragen
müssen. Das erklärt die zahlreichen Stripperinnen, die mit nacktem
Hintern und Seidenpanties am Handgelenk durch den Laden hüpfen.
Malibu erzählt mir, dass sie Tanzunterricht nimmt. Warum Tanzunterrricht ?
Hört man je Beschwerden von Männern über tänzerische
Unzulänglichkeiten nach dem Besuch von Strip Clubs? "Die
Choreografie war mir nicht präzise genug, ich war enttäuscht von ihrer
Intensität, die Interpretation ließ in der Laszivität zu
wünschen übrig...ich hätte mehr von der Pas de deux Leistung
erwartet …!"
(...)